Krankheitsmanagement


…THERAPIE UND BETREUUNG

(medizinische, psychologische, soziale Aspekte)

Sich eines Kindes mit einer onkologischen Krankheit anzunehmen, bedeutet auch, sich um dessen Familie in ihrer Gesamtheit zu kümmern; dabei geht es nicht nur um medizinische, sondern auch um psychosoziale, erzieherische und geistige Aspekte.

Erklärtes Ziel ist die Überwachung der onkologischen Krankheit; ebenso wichtig ist jedoch auch, dass das Kind so gut wie möglich wieder ein soziales Leben führen kann.

Die Stabilität und Kontinuität des Teams und häufige Gelegenheiten für einen Erfahrungsaustausch und gemeinsamer Reflexion schaffen ein angenehmes Klima, in dem sich die kleinen Patienten häufig wie „in einer Familie“ fühlen. Jeder Mitarbeiter ermöglicht gemäß seiner Funktion einen empathischen und authentischen, vor allem aber kindgerechten Umgang, der das Alter des Patienten, dessen Bedürfnisse und dessen einmaliges Wesen berücksichtigt.

Dienst für Kinderonkologie und -hämatologie am Krankenhaus Bozen

Der pädiatrisch-onkologische Dienst besteht seit 1998 und hat seinen Sitz an der Pädiatrie des Krankenhauses Bozen. Der Dienst arbeitet eng mit den verschiedenen Universitätskliniken Italiens und dem Ausland zusammen. Jedes Problem, das während der Krankheit Ihres Kindes auftritt, wird mit dem Team der zuständigen Universitätsklinik besprochen und diskutiert.

Der Dienst besteht aus dem Day Hospital, zwei Isolierzimmern und der Schule. Das Team besteht aus drei Ärzten, drei Krankenpflegern, zwei Psychologen. Auch das Lehrpersonal der Pädiatrie arbeitet eng mit dem onkologischen Dienst zusammen.

Day Hospital und Krankenzimmer

Dayhospital di Bolzano

Psychologische Betreuung

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Die Schule

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Day Hospital und Krankenzimmer

Die Räumlichkeiten

Day Hospital

Der Großteil der Behandlung findet im Day Hospital statt: Das Kind kommt zu einem mit den Krankenpflegerinnen vereinbarten Zeitpunkt ins Day Hospital (üblicherweise zwischen 8.00 und 10.30 Uhr), es werden die geplanten Blutabnahmen, eine eventuelle Medikation und ärztliche Visiten durchgeführt. Anhand der Laborergebnisse entscheidet der Arzt über den weiteren Verlauf der Behandlung. Das Kind darf, abgesehen von besonderen Fällen, im Laufe des Vormittages oder Nachmittages wieder nach Hause. Während seines Aufenthaltes im Day Hospital erhält das Kind ein Frühstück und eventuell auch ein Mittagessen. Im Day Hospital werden im Besonderen Chemotherapien, Knochenmarkentnahmen und Lumbalpunktionen unter Sedierung, Transfusionen, intravenöse Verabreichung von Medikamenten durchgeführt. Geplant werden auch Bildgebungen wie etwa Magnetresonanz (mit oder ohne Sedierung), Sonografie, Szintigrafie, fachärztliche Beratungen. Bei Patienten, die zur Kontrolle kommen oder bei Patienten, die nicht chemotherapiert werden, wird versucht, die Diagnose und Beratung an einem einzigen Tag durchzuführen. Es ist sehr wichtig, dass Personen mit auch banalen Infektionen das Day Hospital nicht betreten. In Absprache mit dem Arzt und den Krankenpflegerinnen können die Kontrollen in bestimmten Fällen (bei zeitlichen Problemen durch Schule, Arbeit oder bei organisatorischen Problemen) auch am Nachmittag durchgeführt werden.

Stationäre Aufnahme

Bei Chemotherapien, die im Day Hospital nicht durchgeführt werden können oder aber bei Infektionen oder besonderen Problemen erfolgt eine stationäre Aufnahme im Isolationszimmer, das mit einem eigenen Bad ausgestattet ist.

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Psychologische Betreuung

Psychologische und psychotherapeutische Maßnahme

Auf das Kind und seine Familie eingehen, zuhören und unterstützen

Im pädiatrischen Bereich und vor allem in der Onko-Hämatologie stellt das Auftreten einer Krankheit und der Zeitpunkt der Kommunikation der Diagnose einen schwierigen Moment dar. Für die Familie bedeutet dies eine große Verunsicherung und enorme Veränderungen des alltäglichen Lebens. Diese Erfahrung ist ein regelrechter „Bruch“ mit dem vorhergehenden psychophysischen Wohlbefinden. Das onko-hämatologische Day Hospital am Krankenhaus Bozen arbeitet seit 12 Jahren mit dem Psychologischen Dienst des Krankenhauses in Person der psychotherapeutischen Psychologin Frau Dr. Laura Collino zusammen. Ihr Aufgabenbereich umfasst:

  • Beobachtung, Förderung von Prozessen und Verhaltensweisen zur Bewältigung des durch die Krankheitserfahrung ausgelösten Traumas.
  • Förderung einer angemessenen psychologischen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen durch Gespräche mit den Eltern über Selbstständigkeit und persönliche Entwicklung.
  • Betreuung des Patienten, seiner Familie und des fachübergreifenden Teams während der gesamten Behandlungszeit, ausgehend von der Diagnose bis zum off-therapy oder im Falle einer negativen Prognose, durch die Endphase.

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Auch die Vereinigung Peter Pan gewährleistet eine psychologische Betreuung

Im Jahre 2013 hat die Vereinigung Peter Pan zudem die Psychologin Dr. Mandy Montecchi eingestellt, die vormittags im Day Hospital und den Krankenzimmern arbeitet. Ziel des Projektes ist es, Kindern und deren Familien, die eine schwere Erkrankung erleben müssen, jemanden zur Seite zu stellen, der ihnen zuhört und sie unterstützt. Das Ziel ist dabei auch, dem Risiko von Schwierigkeiten bei der kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung des Kindes vorzubeugen.

Die Schule

Schule im Krankenhaus bedeutet Normalität

Die Schule im Krankenhaus Bozen

Drei Lehrkräfte der Pädiatrie, zwei davon sind italienischer Muttersprache und eine deutscher Muttersprache, leisten im onko-hämatologischen Day Hospital Dienst und bieten täglich einen funktionalen und strukturierten Unterricht an. Die Lehrtätigkeit erfolgt vormittags von 9.00 bis 13.00 Uhr in einem Klassenraum angrenzend an das Day Hospital. Dieser ist mit einer Bibliothek, einem Computer, einem Drucker und einer interaktiven multimedialen Tafel ausgestattet.

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DIE SCHULE IM KRANKENHAUS GEWÄHRLEISTET NICHT NUR DAS RECHT AUF WISSENSANEIGNUNG, DAS IN UNSERER VERFASSUNG VERANKERT IST, sondern ist auch eine „nicht medizinische Oase“, der die Aufgabe zukommt, die gesunde Seite des Kindes zu fördern, Interessen und Ressourcen zu wecken, damit das Kind ein positives Selbstbild bewahren kann und ihm in seiner Identität als Schüler eine gewisse Normalität vermittelt wird.

Der Unterricht

Die Lehrkräfte bieten fächerbezogene Übungen oder an die Schulerfahrung der Kinder und Jugendlichen der Grund-, Mittel- und Oberschulen anknüpfende Tätigkeiten an.

Den kranken Schülern wird im Besonderen folgende Möglichkeit geboten:

  • Die in ihrer Schule durchgeführte Unterrichtstätigkeit mitzuverfolgen, auch über eine telematische Verbindung (wenn die Schule eine solche Vorrichtung besitzt)
  • Unterrichtsthemen vertiefen/wiederholen
  • Vorbereitung auf Schularbeiten/Prüfungen
  • Teilnahme an didaktischen Werkstätten und Projekten
  • Lernen durch Spielen

Aufgabenbereich der Lehrkräfte:

  • Koordinierung und Zusammenarbeit mit der Schule der Kinder
  • Regelmäßige Treffen mit dem Krankenhauspersonal der Abteilung für einen Informationsaustausch
  • Unterstützung der Schulen der Kinder und Jugendlichen hinsichtlich Organisation und Aktivierung des Unterrichtes zu Hause
  • Förderung der Wiedereingliederung der Schüler in ihre Schulklassen nach deren Entlassung aus dem Krankenhaus
  • Zusammenarbeit mit den Schulen in Krankenhäusern in anderen Städten, in denen das Kind regelmäßig stationär aufgenommen wird